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So lernt dein Kind den klugen Umgang mit Geld

9 Merksätze für finanzielle Superkraft

🧒🚀💸

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von Marcella

geschrieben mit Herz und Verstand, weil Kinder Finanzwissen brauchen.

In diesem Blog-Artikel habe ich dir wichtige Grundregeln rund um das Thema Sparen, Investieren, Spenden und Konsumieren als  Merksätze zusammengefasst und zeige dir anhand von Beispielen, wie du diese Merksätze deinen Kindern mit Taschengeld veranschaulichst. So lernen sie früh souverän mit Geld umzugehen und profitieren davon ein Leben lang.

 

 

1. Geld ist nicht nur zum Ausgeben da

 

Wer Geld nur zu Konsumzwecken ausgibt, guckt schnell ins leere Portemonee. Wenn du deinem Kind stattdessen vermittelst, dass Geld neben Konsum zum Sparen, Investieren und Spenden da ist, hast du den Grundstein für einen guten Umgang mit Geld bei deinem Kind schon gelegt. Die Umsetzung ist dabei ganz einfach: Dein Kind bekommt vier Spardosen. Jeweils eine zum Ausgeben, zum Sparen, Investieren und Spenden. Anstelle der Ausgeben-Spardose kannst du auch ein Portemonee nehmen. Das hat den Vorteil, das dein Kind sein „Konsum-Geld“ leichter mitnehmen kann.

 

 

2. Bezahle dich selbst immer zuerst

 

Diese Grundregel ist kein Aufruf zum Egoismus, sondern die Erinnerung daran, dass Sparen wichtig ist. Lasst bei jedem Geldgeschenk, das dein Kind zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommt, regelmäßig einen festgelegten Prozentsatz in die Spardose wandern. So wird dieser Grundsatz für dein Kind frühzeitig zur Gewohnheit und es passiert nicht, dass „am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist“ und damit einfach nie Geld zum Sparen vorhanden ist.

 

 

3. Keine Konsumschulden

 

Gib kein Geld aus, das du nicht hast

 

Ein weiterer wichtiger Grundsatz, um deinem Kind ein gesundes Geldverhalten mitzugeben und es vor der zerstörerischen Kraft von Schulden zu bewahren. Es gibt 2 Wege, deinem Kind diesen Grundsatz zu vermitteln:

  1. Du bist Vorbild und kaufst selbst kein Auto, keinen Fernseher oder keinen Urlaub auf Pump.
  2. Du bleibst beim Thema Taschengeld hart. Wurde das Taschengeld ausgegeben, gibt es keinen Vorschuss. Dann muss dein Kind wieder bis zum Auszahltag warten.

Übung für Fortgeschrittene: Durch Erfahrung lernen auch Kinder am besten. Sollte der Fall eintreten, dass dein Kind pleite ist, kannst du ihm oder ihr einen Vorschuss des Taschengeldes gewähren. Voraussetzung ist, dass du Zinsen nimmst, diese in etwa so hoch sind wie die Strafzinsen bei einem Dispo-Kredit. Wichtig ist auch, dass du den Lerneffekt so groß wie möglich machst. Beobachtet also gemeinsam, wie lange es dauert, bis dein Kind seinen Kredit abgezahlt hat. Redet darüber, ob es sich aus Sicht des Kindes gelohnt hat, so lange weniger Taschengeld zu bekommen. Oder war das ersehnte Spielzeug schon nach wenigen Tagen kaputt oder uninteressant?

Hast du schon das Interview mit Agnes von @frauinvestorin in meinem Instagram-Account gelesen? Sie erzählt, dass sie genau diesen Grundsatz von ihren Eltern gelernt hat.

 

 

4. Die Inflation frisst dein Geld

 

„Auf dem Girokonto ist mein Geld sicher.“ Diesem Trugschluss sitzt nach wie vor die Mehrheit der Deutschen auf, die laut Statista ihr Geld auf dem Girokonto spart. Denn bei einer Inflation von aktuell 8% und niedrigen Zinsen auf Tages- oder Festgeldkonten verliert das Geld an Wert. Jeden Tag.

 

 

5. Zinseszins-Effekt

 

Auch aus kleinen Beträgen kann ein großes Vermögen werden

 

Albert Einstein hat den Zinseszins-Effekt als das achte Weltwunder bezeichnet und in der Tat ist es erstaunlich welche Summen sich durch die Kombination von regelmäßiger Sparquote und langer Laufzeit ergeben. Kindern diesen Zusammenhang klar zu machen und dafür zu sorgen, dass sie ihn leben, hat einen unglaublichen Effekt, denn aus 25 € werden in 35 Jahren bei durchschnittlich 7% Rendite schon 266,91 €. Jeder Euro, den dein Kind spart, verzehnfacht sich in 35 Jahren.

 

 

6. Versteckte Kosten

 

Bankberater*innen sind nicht dein/e Freund*innen

 

Auch wenn du Cappuccino bekommst, dein Gegenüber viele Fragen zu deiner Lebenssituation stellt und die Modell-Rechnung ganz wunderbar anhört, sollte die Stimme im Hinterkopf doch wissen, dass jedes Beratungsgespräch hochgradig standardisiert ist, es sich um ein Verkaufsgespräch handelt und, dass das Angebot natürlich die Kosten des kostenlosen Beratungsgespräch wieder reinholen muss. Es ist völlig in Ordnung beim Thema Altersvorsorge auf Banken und Versicherungen zu vertrauen, wenn man sich selbst nicht (zu lange) mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Aber man sollte wissen, wie hier Geld verdient wird, nämlich dass dieses Serviceangebot über die Gebühren finanziert wird oder der Berater von den Provisionen eines Anbieters lebt.

 

 

7. Liquidität, Sicherheit und Rendite

 

Du kannst immer nur 2 haben

 

Hinter diesem Merksatz steckt das „magische Dreieck der Geldanlage“. Es beschreibt den Zusammenhang von Sicherheit, Rendite und Liquidität. Es zeigt anschaulich, dass immer nur zwei Ziele mit einer Art der Geldanlage zu erreichen sind. Meiner Meinung nach ein tolles Instrument, um für sich selbst Anlagekategorien zu bewerten. Mit dem Dreieck im Hinterkopf kannst du einfacher entscheiden, wo du dein Geld investieren möchtest.

  • Geldanlagen mit hoher Sicherheit und hoher Liquidität bzw. schneller Verfügbarkeit sind wenig rentabel, z. B. Tagesgeldkonten oder Sparbücher.
  • Geldanlagen mit hoher Rentabilität und hoher Sicherheit sind nicht liquide bzw. schnell verfügbar. Das sind z. B. langlaufende Anleihen
  • Geldanlagen mit hoher Rentabilität und schneller Verfügbarkeit sind riskant bzw. weisen eine niedrige Sicherheit auf. Das sind z. B. Optionen oder Aktien.

 

 

8. Lebensstil-Inflation

 

Warum du nicht reich wirst, auch wenn du mehr Geld hast

 

Die Lebensstil-Inflation meint das, was schnell passiert, wenn Menschen mehr Geld zur Verfügung haben. Sie geben es aus, denn endlich können sie sich eine größere Wohnung, ein schnelleres Auto oder teurere Urlaube leisten. Auch wenn sie mehr Geld zur Verfügung haben, werden sich nicht „reicher“, denn das neue Geld fließt in den Konsum und nicht in den Vermögensaufbau. Auch bei Kindern ist dieses Phänomen zu beobachten. Auch wenn das Geld wohl eher für Süßigkeiten, Zeitschriften oder Computerspiele ausgegeben wird.

Um die Lebensstil-Inflation zu vermeiden kannst du deinem Kind beibringen sein Taschengeld aufzuteilen, z. B. nach der 40/30/20/10-Regel. 

Die 40/30/20/10-Regel gibt an, wieviel Prozent des Taschengeldes
in welche Spardose wandern. 

40% des Taschengeldes dürfen ausgegeben werden. 

30% des Taschengeldes werden gespart

20% des Taschengeldes werden investiert.

10% des Taschengeldes werden gespendet. 

Da die prozentuale Aufteilung „mitwächst“, spart dein Kind auch bei Taschengelderhöhungen oder Zusatzeinnahmen durch Nebenjobs weiterhin regelmäßig. Natürlich könnt ihr die Aufteilung eurem eigenen Ermessen nach anpassen und z. B. mehr investieren oder spenden und weniger ausgeben. Meiner Meinung nach ein guter Ansatz um die Balance zwischen „sich was gönnen“ und „trotzdem sparen“ zu schaffen.

 

 

9. Diversifikation

 

Lege nie alle Eier in einen Korb

 

Diese Börsenweisheit bringt es auf den Punkt: Wenn der Korb fällt, sind alle Eier kaputt. Wenn du dein ganzes Geld in eine Aktie steckst und ihr Kurs fällt, dann verlierst du  dein ganzes Geld. Um das Risiko zu streuen solltest du deshalb deine Eier auf mehrere Körbe verteilen bzw. in Anlageklassen investieren, die unterschiedlich risikoreich sind. Wie der Mix aus Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen und Festgeld aussieht ist eine persönliche Entscheidung und vom eigenen Risikoempfinden abhängig. Wichtig ist nur, dass es unterschiedliche Töpfe gibt.

 

Learning by Doing: Je nach Risikoempfinden kannst du entscheiden, wie du deinem Kind diesen Zusammenhang vor Augen führst.

 

  1. Ihr beobachtet das Geschehen an der Börse. Sucht Euch Aktien oder ETFs aus und verfolgt das Auf und Ab über z. B. die Aktien-App auf dem iPhone ohne echtes Geld zu investieren.
  2. Ihr nehmt das Geld aus der „Investieren“-Spardose und seid live dabei. Ihr investiert z. B. in kinderfreundliche Aktien, wie Nintendo, Disney, Kellogg oder Caterpillar. Ihr erlebt die Kursschwankungen, geht Risiko ein, profitiert aber auch von Dividenden und Kurswachstum.

 

 

 

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